
Frag Anna-Lena
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Was würde passieren, wenn du in Wimbledon zeitgleich zu einem deutschen WM Spiel auf den Platz müsstest? Würde dir das, was ausmachen?
Ich hoffe natürlich, dass dies nicht passieren wird, denn ich würde schon gerne alle Spiel der Nationalelf sehen. Aber natürlich würde ich trotzdem auf den Platz gehen…;-) Vor vier Jahren war es ja ähnlich; ich kann mich noch gut daran erinnern, wie spannend es war, als wir gegen Argentinien gespielt haben.
Wie weit werden die Deutschen bei dieser WM kommen? Und wie weit Du in Wimbledon?
Unser Team wird hoffentlich sehr weit kommen, auch wenn mich mein Gefühl dieses Mal ein bisschen im Stich lässt. Vielleicht ist mit der jungen Mannschaft aber eine Überraschung drin. Persönlich hoffe ich erstmal, überhaupt in Wimbledon antreten zu können. Sollte ich das schaffen, wäre das schon ein kleiner Sieg für mich, wobei ich natürlich auch meine Wimbledon Bilanz ein wenig aufpolieren möchte.
Wie verläuft eigentlich deine Turnierplanung? Nach welchen Kriterien suchst du deine Turniere aus?
Grundsätzlich versuchen Dirk und ich möglichst in Blöcken mit drei Turnierwochen und einer Trainingswoche zu planen. Des Weiteren hängt meine Turnierauswahl natürlich auch ein Stück weit davon ab, auf welchem Ranglistenplatz ich stehe, bzw. ob ich direkt fürs Hauptfeld qualifiziert bin. Schließlich kann auch der Belag bei der Wahl eines Turniers eine Rolle spielen.
Wie läuft eigentlich die Auswahl der Doppel-Partnerinnen ab? Wird das
nach Sympathie entschieden oder doch professioneller nach Spielstärke?
Sympathie ist sicherlich ein wichtiger Faktor, denn schließlich muss man sich auf dem Platz wohlfühlen, um sein bestes Tennis zu spielen. Natürlich lässt man aber auch die Spielstärke einer möglichen Partnerin nicht außer Acht. Im Endeffekt ist es so wie bei vielen anderen Dingen - die richtige Mischung machts.
Irgendwann wird es - aus welchen Gründen auch immer - vorbei sein mit dem Profitennis. Weißt du schon, wie es für Dich an diesem Punkt weitergehen wird?
Im Moment weiß ich das noch nicht genau. Ich hoffe ja, dass mir noch einige Jahre auf der Profitour verbleiben und dass ich gesund bleibe. Wenn dann irgendwann mal der Zeitpunkt für ein anderes Leben gekommen ist, gibt es sicher viele Möglichkeiten. Eventuell bleibe ich auch dem Sport verbunden, konkret ist aber noch gar nichts. Erst mal freue ich mich auf möglichst viele schöne Jahre im Tennissport.
Was machst du eigentlich mit deinen alten Rackets?
Wenn ich neue Rackets bekomme, benutze ich die Alten zuerst meist als Trainingsschläger zu Hause in Saarbrücken. Manchmal gebe ich Rackets aber auch an meinen Vater oder an Freunde weiter, und Einige habe ich natürlich auch noch zu Hause liegen.
Du spielst im Doppel sehr erfolgreich. Könntest du dir vorstellen, für deine Doppelkarriere im Einzel ein wenig zurück zu stehen?
Nein, das Einzel wird für mich immer Priorität haben, aber das Doppel macht einfach super viel Spaß und ich spiele ja auch sehr erfolgreich. Ich werde sicher weiterhin viel Doppel spielen, nur nicht auf Kosten meiner Einsätze im Einzel.
Mittlerweile lebst du seit weit über einem Jahr in Saarbrücken und trainierst am Olympiastützpunkt – lernt man da auch andere Sportler kennen und wenn ja, welche?
Auf jeden Fall. Vor allem im Kraftraum trifft man immer wieder Athleten aus anderen Sportarten, Bianca Kappler oder Jan Frodeno, zum Beispiel, welche im Stützpunkt trainieren. Aber auch Ringer, Fußballer oder Leichtathleten sieht man öfter. Das ist dann auch wirklich spannend mal mitzubekommen, wie andere Spitzensportler trainieren.
Welches ist dein Lieblingsturnier und warum – sind es die Fans,
die Anlage oder die Verantwortlichen?
Ganz sicher die French Open in Paris. Ich mag den Sand, die Atmosphäre
und zudem stimmen auch meine bisherigen Resultate. Ebenfalls sehr gerne
spiele ich in Stuttgart. Zum einen, weil es zu Hause in Deutschland ist
und zum anderen, weil dort die Organisation perfekt ist. Uns Spielerinnen
geht es in Stuttgart richtig gut.
Wie ist eigentlich das Verhältnis zwischen den deutschen Spitzenspielerinnen
– kommt ihr gut miteinander klar?
Das Verhältnis zwischen uns ist sehr gut, wir verstehen uns alle
super. Vor allem mit Andrea Petkovic und Tatjana Malek habe ich ein engeres
Verhältnis, aber auch mit Sabine Lisicki verstehe ich mich super.
Mit welchen Spielerinnen verstehst Du dich auf der Tour am besten,
bzw. gibt es da auch mal die Gelegenheit, mit einer Kollegin abseits des
Turniers was zu unternehmen?
Richtig enge Freundinnen gibt es auf der Tour eigentlich nicht. Ausnahmen
sind in meinem Fall vielleicht Andrea Petkovic, Tatjana Malek und Patty
Schnyder, mit denen versteh ich mich wirklich super. Allgemein bin ich
mit den deutschen Spielerinnen öfters zusammen. Ansonsten habe ich meine
wirklich engen Freunde aber schon bei mir zu Hause.
Wie sieht deine mentale Arbeit aus, um auch in entscheidenden
Situationen locker zu bleiben und dein möglichst bestes Tennis abrufen
zu können?
Antwort: Ich versuche einfach positiv zu bleiben und nur an den nächsten
Punkt zu denken. Die vorangegangenen Punkte hake ich ab – ich kann ja
sowieso nichts mehr ändern.
Was kommt bei dir vor einem Match auf den Tisch?
Antwort: Ich achte darauf, dass Kohlenhydrate und Eiweiß enthalten sind
und die Nahrung fettarm ist. Zum Beispiel Nudeln mit ein bisschen Fleisch.

